«Die heisse Schoggi ist schuld», begründet Dario Füchslin mit einem Augenzwinkern seinen Eintritt in die Firma Rotodur. Da ist schon etwas dran, auch wenn Ursache und Wirkung leicht überzeichnet sind. Tatsächlich habe sein Vater Rolf ihn in den Kindheitsjahren hin und wieder eingeladen: «Komm, wir gehen noch kurz im Büro vorbei und trinken eine Schokolade.» Diese kindliche Gleichung Geschäft = übersüsste Schokolade aus dem Automaten hat sich eingeprägt, auch wenn klein Dario so gut wie keine Ahnung hatte, was da eigentlich produziert wurde.
Nach Bezirkschule und Matur zog es Füchslin Junior an die Uni Bern zum Betriebswirtschaftsstudium und wohl ins Unternehmertum. Keine zwei Semester später die Erkenntnis: Zu viel Theorie, zu wenig Praxis. Diese holte er sich während der Ferien in der Firma, wo man sein handwerkliches Geschick entdeckte und die Aufgaben stets ein bisschen anspruchsvoller wurden. «Ich hatte schon immer gerne mit den Händen gearbeitet und mochte es, ein Resultat zu sehen.»
Nach Gesprächen mit seinen Eltern war klar, dass er seinen weiteren Entwicklungsschritte auf das Familienunternehmen ausrichten würde. Er fand heraus, dass es eine 2- statt 4-jährige Lehre zum Polymech gab, musste aber erst einen Lehrbetrieb finden, der dafür empfänglich war. Bei einem Kunden stiess er auf offene Ohren und Türen und machte seine Sache so gut, dass ihn sein Lehrmeister gerne behalten hätte. Aber Darios Weg war halt vorbestimmt. Übrigens hatte Darios Grossvater, notabene der Rotodur-Gründer, beim gleichen Arbeitgeber und eben späteren Kunden gearbeitet.
Im August 2022 ist es dann so weit: Der Junior-Chef tritt offiziell in die Firma ein und wird von seinem Vorgänger gründlich in die Verkaufsleitung eingearbeitet. Er wickelt die Aufträge ab, macht Qualitätskontrolle und Messprotokolle und sorgt für die pünktliche Auslieferung der Bestellungen. Sein neustes, vielleicht anspruchsvollstes Aufgabengebiet ist das Offertwesen. Ausserdem übernimmt er mehr und mehr Verantwortung im Marketing. Und weil Betriebswirtschaft eben doch ein wichtiger Treiber des Unternehmertums ist, drückt Dario zur Zeit die Schulbank an der Höheren Fachschule.